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Erdöl- und Erdgaslagerstätten

Seit Beginn der Erdgasförderung in Südbayern im Jahre 1883 im Feld "Tegernsee" wurden rund 60 Erdgas- und Erdölfelder entdeckt. Eine wirtschaftliche Förderung fand jedoch erst ab 1954 statt. Dem Höhepunkt in den 80er Jahren folgte ein Rückzug der beteiligten Firmen aus Bayern Anfang der 90er Jahre. Obwohl bis dahin nur ca. ein Viertel der in Südbayern bekannten Erdölvorräte (ca. 25 Mio. Tonnen) gefördert wurden, schien die weitere Förderung nicht mehr wirtschaftlich. Lediglich eine Erdgaslagerstätte, sowie drei Erdöllagerstätten stehen aktuell in Förderung.

Erdölbohrung Aitingen
Erdölraffinerie Aitingen,
22.02.2003; Foto © R. Timm
Erdölbohrung Aitingen
Erdölbohrung Aitingen,
22.02.2003; Foto © R. Timm
Die Lagerstätte Aitingen (Schwabmünchen):
Die derzeit größte und zugleich ergiebigste bayerische Erdöllagerstätte ist das "Feld Aitingen". Sie wurde 1976 entdeckt und erbrachte bis zum Jahr 2000 eine Fördermenge von 1.000.000 t Rohöl. Betrieben wird die Anlage von der Firma "Wintershall". Schätzungen gehen davon aus, dass die Lagerstätte mit Stichtag 01. Januar 2001 noch Reserven von 468.000 t Rohöl enthält, was bei der derzeitigen Jahresförderung von rund 28.000 t Rohöl für eine Förderung bis maximal 2016 ausreicht.

Erdölbohrung Hebertshausen
Erdölbohrung Hebertshausen,
21.02.2003; Foto © R. Timm
Erdölbohrung Hebertshausen
Erdölbohrung Hebertshausen,
21.02.2003; Foto © R. Timm
Erdölbohrung Hebertshausen
Erdölbohrung Hebertshausen, 21.02.2003; Foto © R. Timm
Eher gering ist in Gegensatz zu Aitingen die Förderung der Lagerstätten "Darching-Holzkirchen" und "Hebertshausen". Diese werden von der Firma RWE-DEA AG betrieben. Die Lagerstätte Hebertshausen wurde 1982 entdeckt und brachte bisher eine Gesamtfördermenge von rund 110.000 t Rohöl. Die Jahresproduktion lag im Jahr 2001 bei knapp 4000 t Rohöl. Von ursprünglich 4 Bohrungen wurden zwischenzeitlich 2 wieder verfüllt. An einer Bohrung wird derzeit mittels Tiefpumpe (Pferdekopf) gefördert.

Darching-Holzkirchen Bohrung 3
Darching-Holzkirchen Bohrung 3,
21.02.2003; Foto © R. Timm
Darching-Holzkirchen Bohrung 3
Darching-Holzkirchen Bohrung 3,
21.02.2003; Foto © R. Timm

Die Bohrung 3 der Lagerstätte Darching-Holzkirchen wurde 1969 durchgeführt und erbrachte seitdem eine Förderleistung von insgesamt rund 113.000 t Rohöl. Die Jahresproduktion lag im Jahr 2001 bei 4.400 t. Diese Lagerstätte ist "eruptiv", d.h. für die Förderung wird keine Pumpleistung benötigt.

Der einzigen derzeit im Betrieb befindlichen Erdgaslagerstätte Südbayerns "Inzenham-West" wird eine weitere Förderdauer von ca. 25 Jahren prognostiziert. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass diese Lagerstätte - wie auch einige andere ausgeförderte Erdöl- und Erdgaslagerstätten Südbayerns - als natürlicher Speicher ausländischen Erdgases genutzt wird. Hierbei werden die gleichmäßigen Erdgaslieferungen ausländischer Quellen (Russland, Niederlande) in verbrauchsarmen Zeiten (Sommer) in die ehemaligen Lagerstätten eingespeichert um bei höheren Verbrauchsbedarf (Winter) Spitzenlasten abzudecken.

In den Jahren 1992 bis Ende 2000 wurde in Südbayern nur noch eine (erfolglose) Bohrung zur Entdeckung neuer Erdöl- und Erdgaslagerstätten niedergebracht. Auch zwei Bohrungen in den Jahren 2000/2001 (Tittmoning) und 2002 (Rott/Inn) waren erfolglos. Trotzden gibt es aufgrund neuer Meßmethoden (z.B. 3D Seismik) Hoffnung, in naher Zukunft auf neue Lagerstätten zu stoßen. In geologisch mit dem südbayerischen Alpenvorland vergleichbaren Gebieten Österreichs wurden in de letzten Jahren mittels der neuen Methoden erfolgreich mehrere neue Erdöllagerstätten entdeckt. Von den Firmen OMV Aktiengesellschaft, Wien und Rohöl-Aufsuchungs AG, Wien werden in Südbayern derzeit und in naher Zukunft einige Untersuchungen zur Entdeckung neuer Erdöl- und Erdgaslagerstätten durchgeführt.

Literatur:
  • Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie; Rohstoffe in Bayern - Situation Prognosen Programm - 05/2002
  • Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung, Hannover; Erdgas und Erdöl in der Bundesrepublik Deutschland 2001
  • Last Update: 02.06.2003
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