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Münchener
Mineralienfreunde
e.V.
Verein zur Förderung der Geowissenschaften, MM e.V. Schriftführung Peter Neujean, Tel.: 089-6884820 Ideeller Träger der Frühjahrsmesse und der Mineralientage München |
Rauschberg am 16.11.2002 © Rainer Timm |
Alte Bergbauhalden am Rauschberg 16.11.2002 © Rainer Timm |
Lage:
Am Nordabhang des Inzeller Kienberges ( eines Teiles des Rauschberges)
liegen drei alte Bergbaureviere auf Blei- und Zinkerze:
Geologie/Geschichte:
Die Lagerstätte am Rauschberg war die bedeutendste Blei/Zinklagerstätte im
bayerischen Alpenraum. Sie wurde ab dem frühen 17. Jh. mit
Unterbrechungen bis 1925 bebaut. Mathias Flurl, der "erste bayerische
Geologe" beschäftigte sich eingehend mit ihr. Aus seiner Sammeltätigkeit
sind im Geologischen Landesamt und in der Bayer. Staatssammlung für
Mineralogie noch Erzproben und bemerkenswerte Calcitkristalle erhalten.
Der Bergbau ging auf Blei/Zinkvererzungen des oberen Wettersteinkalks um (vgl. Riedbodeneck). Die Vererzungen waren vor allem an Störungszonen angereichert, die in zum Teil großen, über 30 m hohen Zechen abgebaut wurden. Die Vererzungen traten sehr unregelmäßig auf. Der Bergbaubetrieb kam wegen Erschöpfung der "sichtbaren " Erze immer wieder ins Stocken. In der letzten Periode wurde versucht in tieferen Bereichen auf eine Fortsetzung der Lagerstätte zu stoßen, es wurden aber nur taube Störungszonen und "Kracken" (das sind Karsthöhlen) aufgefunden. Die Zinkerze in den oberen Teufen waren größtenteils in Sekundärmineralien (Galmei) umgewandelt, der zur Messingherstellung verwendet wurde ( Zinkblende konnte erst im 19.Jh. verhüttet werden).
Mineralien:
Sphalerit und Galenit bilden die Primärvererzung und können auch heute noch
auf den Halden mit Calcit verwachsen gefunden werden. Die Derberzstücke
lassen sich gut anschleifen. Ansonsten findet sich (spärlich) die typische
Mineraliengesellschaft der an den Wettersteinkalk gebundenen ostalpinen
PbZn-Lagerstätten.
Nämlich:
Erreichbarkeit:
Die alten Halden können vom Ortsteil Schmelz aus über einen Wanderweg, der
durch das Ewiggangrevier führt, in etwa eineinhalb Stunden erreicht werden.
Auf den Halden können leicht noch Belegstücke von Derberzen und (nicht ganz
so leicht) auch ihre Verwitterungsprodukte gefunden werden. Die
Stolleneingänge wurden größtenteils zugesprengt.
Gefahren:
Auch die auf 1100 bis 1300 m liegenden Halden befinden sich bereits im
"alpinen Gelände". Man sollte deshalb gut zu Fuß sein und die nötige
Ausrüstung und Trittsicherheit mitbringen. Soweit man auf offene Stollen
stoßen sollte, gilt das zum Höllental gesagte. Bleiben Sie draußen. Begehen
Sie keine alten Bergbauanlagen, deren Gefahren Sie nicht kalkulieren können!
Literatur: