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Die Eisenerzlagerstätte am Kressenberg bei Neukirchen

Die Eisenerzlagerstätte am Kressenberg bei Neukirchen
TK Nr.

Lage/Geologie:
Die tertiäre Erzlagerstätte besteht aus mehreren synsedimentär gebildeten Erzlagern, die auf etwa 25 km Länge im Bereich des Kressenberges, bei Achthal und Riedl südlich von Neukirchen T. nachgewiesen sind. In einer steilgestellten nach S einfallenden Eozänscholle zwischen Flysch im S und Molasse im N liegen mehrere kalkhaltige, oolithische "Flöze" mit Fe-Gehalten von 25-32%. An sich besteht die Lagerstätte im wesentlichen nur aus zwei Flözen, dem 2,9-3,2 m mächtigen Schwarz- und dem bis 2,5 m mächtigen Roterzflöz, die aber durch tektonische Verschiebungen im Rahmen der Alpenbildung in mehrere Trümmer aufgespalten wurden (Flöze Emanuel, Albrecht, Max, Sigmund, Neues, Christoph, Marien, Knappenhaus und Ulrich = Roterzflöz sowie Ferdinand, Karl und Josephflöz = Schwarzerzflöz).

Geschichte:
Die Lagerstätte dürfte jedenfalls schon im frühen Mittelalter, möglicherweise bereits in der Late`nezeit bebaut worden sein. Obertägige Bergbauspuren, wie Pingenzüge lassen diesen Schluss zu. Historische Nachrichten über dem Bergbau liegen seit Mitte des 16. Jahrhunderts vor. Der Nordostteil des Reviers gehörte bis 1810 zu Österreich (Salzburg). Der Bergbau nahm am Beginn der Neuzeit unter den bayerischen Herzögen und den Erzbischöfen von Salzburg einen beträchtlichen Aufschwung. Die Verhüttung der bayer. Erze erfolgte in Bergen, die der salzburger Erze in Achthal. Der Abbau erfolgte im südwestlichen Teil durch den bayer. Fiskus bis 1882, im ehem. salzburgischen Teil baute bis 1919 die Eisengewerkschaft Achthal, eine altsalzburgische Aktiengesellschaft. 1938 und zuletzt durch die GAB 1955-1958 wurden bei Lagerstättenuntersuchungen bis 550 m Teufe mind. 30 Mio. Tonnen Erz nachgewiesen

Mineralien:
Beschrieben wurden Calcit xx, Markasit, Retinit (fossiles Harz) und Coelestin xx. Die Lagerstätte Kressenberg ist aber nicht durch ihre Mineralien, sondern durch ihre berühmten tertiären Fossilien international bekannt geworden.

Literatur:
H. Schmeltzer, Mineralfundstellen Bayern; Weise Verlag 1977
K.Schwarz, Frühgeschichtlicher Bergbau im Eisenerzrevier am Kressenberg....; in Führer zu Vor- und Frühgeschichtlichen Denkmälern Bd. 19, Verlag Ph. v: Zabern, Mainz 1978

Bildergalerie:
Coelestin & Calcit vom Ferdinandflöz am Kressenberg;
Sammlung: Mineralogische Staatssammlung München;
Fotos: Rainer Timm (Bild 1+2)Hermann Brunner (Bild 3)

Links:
  • Neukirchen - Bergbaumuseum im Achthal
  • Neukirchen - Geschichte des Erzbergbaus im Achtal
  • Lithostratigraphische Neugliederung im Paläogen des österreichisch-bayerischen Südhelvetikums Michael W.
  • Fossil des Monats Oktober 2002 - Spitzkonischer Seeigel
  • Geologische Entstehungsgeschichte
  • Last Update: 02.06.2003
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