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Münchener
Mineralienfreunde e.V.
Verein zur Förderung der Geowissenschaften,MM e.V. Schriftführung Ingrid Bode Ideeller Träger der Frühjahrsmesse und der Geofachmesse Mineralientage München |
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Jedes Jahr nach der Schneeschmelze bekommt ein Mineraliensammler ganz besondere Frühlingsgefühle. Das lange Warten auf schneefreie Fundstellen, geplante Touren und auf die erhofften Riesenfunde steht kurz vor dem Ende und man kann es kaum erwarten, endlich Sammeln zu gehen. Kurz gesagt, man ist einfach "mineraliengeil" (Entschuldigung für diesen umgangssprachlichen Ausdruck - aber er paßt am besten!).
An Pfingsten 1993 ging es mir genau so, deshalb wurden die Rucksücke schnell gepackt und es ging ins Ahrntal/Südtirol. Dort angekommen, wurden aus erwarteten Sphenkristallen große Eiskristalle und außer Schneeflocken zählen und frieren war nichts zu machen. Was soll man da als Sammelwütiger tun, wenn der Winter nochmal Einzug hält? Der Entschluß war schnell gefaßt: Wir fahren nach Selvino zum Sonnentanken.
Selvino ist ein kleiner Ferienort in der Nähe von Bergamo. Unter den Mineraliensammlern ist er bekannt für doppelendige
Bergkristalle, ähnlich denen aus Herkimer County im Bundesstaat New York. Das witzige an dieser Fundstelle ist, dass man
keinen richtigen Aufschluß hat, wo nach Klüften gesucht wird. In einem Gebiet von ca. 1 qkm liegen die Kristalle wie
Kartoffeln im Erdreich verteilt. Somit werden schon Maulwurfhaufen und Bachläufe zu guten Fundstellen. Auf einer kleinen
Wiese außerhalb der Ortschaft ist es sogar möglich, Grabungen durchzuführen. Genau diese Stelle war mein Ahrntalersatz.
Dort verfolgte ich nicht zum ersten Mal eine gute Zone, welche mir schon viele schöne Kristalle bescherte.
Nach langer Fahrt endlich am ersehnten Ort angekommen, konnte ich voller Freude feststellen, dass niemand seit meinem
letzten Besuch dort weitergearbeitet hat. Nach den ersten Vorarbeiten, wie Schuttwegräumen, freilegen der höffigen Schicht
und in Sicherheit bringen der Regenwürmer, ging es ans Eingemachte. Ich verfolgte eine auffallend dunkelfarbige Schicht,
welche immer ein gutes Zeichen für größere Funde ist. Doch in den ersten zwei Stunden blieben leider - außer kleinen bis
2 cm langen - die großen Kristalle widererwartend aus. Fast schon enttäuscht, schaufelte ich noch weiter und entdeckte
überraschend erste größere Flächen im Erdreich. Mit einer kleinen Gartenhacke grub ich vorsichtig weiter und hielt am
Ende einen fast 12 cm großen Doppelender in der Hand. Mein Größter bis dato, nur schade war, dass bei diesem Stück die
Qualität nicht besonders gut ist. Nach kurzer Pause ging die Suche weiter und das nächste Stück ließ nicht lange auf sich
warten. Selvino ist anders als die üblichen Fundstellen und macht immer Spaß, weil die Kristalle unter der Grasnarbe im Erdreich schwimmen. Es ist viel Glück dabei, die richtige Stelle zu finden. Man kann wenige Zentimeter an einem Superstück vorbeigraben - ohne es zu bemerken. Erfolg und Pech liegen oft nur durch Erdkrümel getrennt. Matthias Benz, Germering, Foto Holger Freese
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