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Münchener
Mineralienfreunde e.V.
Verein zur Förderung der Geowissenschaften, MM e.V. Schriftführung Ingrid Bode Ideeller Träger der Frühjahrsmesse und der Mineralientage München | |
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Im Oktober '98 verriet mir Rainer Timm, vom PC-Workshop: "Ich war vor kurzem in der Nähe von Bitterfeld,
Bernsteine sammeln." Die Stücke die er mir zeigte waren recht ansehnlich, aber die Grube werde angeblich
zu einem See bzw. einem Naherholungsgebiet umgewandelt. "Wenn ihr also Bernsteine suchen wollt, dann zeige ich
euch die Stelle, das müßte aber möglichst bald passieren." Ich meinte nur: "Ja".
Ende November war es dann also soweit. Rainer hatte uns eine "billige" Unterkunft organisiert und wir fuhren an einem Samstagmorgen los. Der Tross war groß, denn nicht nur die Jugendgruppe war mit einigen Leuten vertreten, sondern auch andere Mitglieder des Vereins waren mit von der Partie. Vorneweg Paul Schäfer, der frühere Leiter der Jugendgruppe, ein paar ehemalige Mitglieder der Jugendgruppe und auch Rainer hatte noch den ein oder anderen mobilisiert. Nach ein paar Stunden erreichten wir ohne Zwischenfälle Bitterfeld. Wenige hundert Meter nach dem Ortsende (Richtung Pouch) ein wenig versteckt hinter den Büschen, konnten wir den großen Braunkohletagebau "Goitsche" (40 km²) bewundern. Hier wurde noch bis vor nicht allzu langer Zeit Kohle abgebaut. Es wurde soviel Bernstein gefunden, dass die frühere DDR ihn in alle Welt exportieren konnte, um dringend benötigte Devisen zu erhalten. Es war Ende November und damit auch sehr kalt. Wir waren mit allem möglichen Werkzeug ausgerüstet, aber das Graben wurde zur Knochenarbeit, da die oberste Schicht des Bodens schon tief gefroren war. Da wir aber wie immer sehr früh gestartet waren, hatten wir noch sehr viel Zeit zum Sammeln und konnten auf die ersten wärmenden Sonnenstrahlen warten. Am Anfang waren die Funde noch etwas dürftig. Nachdem sich die große Gruppe doch etwas mehr über das, reichlich vorhandene, Gelände verteilt hatte, wurden auch die gefundenen Bernsteine ab und zu etwas größer. Der eine hatte mehr Glück beim Umherstreifen im Tagebau, der andere etwas mehr beim Graben und der nächste, nämlich Tobias aus der Jugendgruppe, macht seinen größten Fund beim Erledigen eines nur allzu menschlichen Bedürfnisses. Sein Bernstein, den er dabei fand war ca. 8cm groß und überzeugte auch durch eine gewisse Klarheit. Der Tag neigte sich dem Ende zu - es wurde langsam dunkel. Die Gruppe machte sich auf den Weg zur Unterkunft - die Turnhalle in Pouch. Rainer Timm hatte sie für uns besorgt, da er bei seinem letzten Besuch in Pouch einige wichtige Leute aus der Gemeindeverwaltung näher kennenlernen konnte. Beim Abendessen in einer nahegelegenen Gaststätte stellte sich auch heraus, daß das Fluten des Tagbaus angeblich noch ein paar Jährchen dauern sollte. Für die Jugendgruppe und mich ein Anlass für 1999 noch einmal einen Besuch ins Auge zu fassen. Am nächsten Tag schauten wir noch zu einem anderen Tagebau in der Nähe von Leipzig. Dort fanden wir etwas versteinertes Holz. Aber wir wollen uns in diesem Bericht mit der Bernsteinfundstelle bei Bitterfeld beschäftigen. Am 03.07.1999 war es dann soweit. Unser zweiter Besuch bei Bitterfeld war angesagt. Wieder recht früh losgefahren
waren wir eine Gruppe von ca. 10 Personen - nur Mitglieder aus der Jugendgruppe. Im Gegensatz zur Exkursion im November
war es an diesem Tag sehr warm, um nicht zu sagen richtig heiß. Wir kamen zur Mittagszeit an die Fundstelle und
mußten feststellen, daß der Wasserspiegel des Grubensees doch um etwa 2-3 Meter gestiegen war. Es schien,
als würde man die Grube nun doch vollaufen lassen. Nun ja, bei der Größe des Tagebaus und bei der Anzahl
und Größe der Zuläufe würde das mit Sicherheit noch etliche Zeit dauern. Leider waren die Stellen,
an denen ich im November meine größten Bernsteine gefunden hatte nicht mehr zugänglich.
Auch vom Baden und Tauchen im See muss bei der vorhandenen Chemiebelastung des Wassers dringendst abgeraten werden.
Wir schwärmten aus und begannen neue Ecken zu suchen, an denen die Bernsteine zu finden waren. Wir brauchten nicht
lange zu suchen, da es den Bernstein fast überall in diesem Tagebau zu finden gibt. Ein großer Nachteil war,
dass es weit und breit kein Schatten zu finden gab, was bei Temperaturen von über 30 Grad und dem
wüstenähnlichen, extrem staubigen Gelände doch sehr zehrend ist. Trotzdem suchten und fanden wir Bernsteine.
Von großem Vorteil war, dass der Boden nicht so hart war wie im November und somit das Graben doch um einiges
leichter von der Hand ging. Nach ca 4 Stunden hatten wir aber dann genug von Bernstein und Hitze und traten die Heimreise
an.
Fazit dieser zwei Touren war für mich:
Wer nun sein Glück mit Bernsteinen versuchen möchte, der findet diesen Tagebau zwischen Bitterfeld und Pouch in jeder besseren Landkarte eingezeichnet. Merke: Bitterfeld - Richtung Pouch der erste Tagebau auf der rechten Seite der Straße. Glück auf Werner Gut Anmerkung der Redaktion: Trotz ca. 1000 Tonnen abbauwürdigen Bernsteines, der in der "Goitsche" noch gefördert werden könnte, ist das Sammeln seit August kaum mehr möglich, da das Fluten des Tagebaus nun abgeschlossen ist.
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