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"Neufund von Demantoid in Namibia"
Zang, J., Hammer, V., Brandstätter, F., Schoder, K.
Zu den edelsten Vertretern der Granatgruppe gehört ein durch Chrom leuchtend grün gefärbter Andradit,
der den Varietätsnamen Demantoid führt. Als Andradite werden Calcium-Eisen3+ -Granate mit der
chemischen Formel Ca3Fe3+2 [SiO4]3 bezeichnet, sie sind
normalerweise grüngelb, braun oder schwarz.
Nach den ersten Funden im Jahr 1997 von Demantoiden in Namibia wurde es etwas still um diese Lokalität.
Es ließen sich wunderbare Edelsteine aus Bruchstücken und Kristallen schleifen, die ein ähnliches Feuer
aufwiesen, wie die Demantoide aus den "klassischen" Vorkommen im Ural. Selbst im Schatten funkeln diese Steine aufgrund
ihrer hohen Lichtbrechung und Dispersion noch lebhaft, nicht umsonst heißen sie aufgrund dessen "Demantoide",
abgeleitet vom Glanz des Diamanten.
Ein erster Bericht von Lind et al. (1997) findet sich in der Zeitschrift der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft
und beschreibt sowohl chemische als auch die physikalische Eigenschaften der Edelsteine dieses Vorkommens.
Ein Neufund Anfang 1999 auf einer Farm in der Nähe von Erongo/Namibia bringt wieder Bewegung in die Sache,
plötzlich gibt es einige ausgesprochen gut erhaltene Stufen mit z.T. "perfekten" Kristallen von bis zu 2 cm Durchmesser
auf dem Markt.
Dabei werden zumeist Kombinationen aus den Kristallformen des Rhombendodekaeders, Ikositetraeders und des
Pentagonikositetraeders beobachtet. Einige dieser Kristalle sind deutlich intensiver grün als die bisher gefundenen Steine aus dieser Lokalität.
Erste Untersuchungungen mittels energiedispersiver Röntgenanalyse (EDS) am Elektronenmikroskop des FEE
(Forschungsinstitut für Mineralische und Metallische Werkstoffe Edelsteine/Edelmetalle GmbH) in Idar Oberstein
und am Naturhistorischen Museum Wien ergaben Andraditgehalte von fast 100 Mol%. Dafür spricht auch das mit der
hydrostatischen Waage ermittelte spezifische Gewicht von 3,83 und die auf einem Standard Refraktometer nicht mehr
ablesbare Lichtbrechung. Aufgrund der Untersuchungsmethode konnten die Chromgehalte leider nicht festgestellt werden,
da die Chrom-Werte im Spurenbereich mit der EDS am Elektronenmikroskop nicht gemessen werden können.
Untersuchungen an anderen, gelbgrünen Proben aus demselben Vorkommen mit der Elektronenstrahlmikrosonde am Institut
für Edelsteinforschung der Universtität Mainz ergaben etwa 97 Mol% Andraditanteil und relativ niedrige
Chromgehalte von etwa 0,09 Gew.% Cr2O3, was die Ergebnisse von Lind et al. (1997) bestätigt.
Es ist anzunehmen, dass die neuen, intensiv grünen Demantoide ähnlich hohe Chromgehalte aufweisen können
wie solche russischer Herkunft. Dieser Punkt wird noch genauer untersucht werden.
Als Begleitminerale wurden am Naturhistorischen Museum Wien mittels Röntgendiffraktionsanalyse (RDA)
neben dem Andradit, Quarz, Prehnit, Dolomit, Laumontit und Chrysotil nachgewiesen, was für metamorph
überprägte Kalksteine (Dolomitgestein), wie sie von Lind et al. (1997) beschrieben wurden, nicht
ungewöhnlich ist. Die oft deutlich verwitterte Matrix läßt sich problemlos mit verdünnter
Salzsäure ablösen, was manchmal im Innern der Stufen wunderschöne Demantoidkristalle zum Vorschein bringt.
Analysen (in Gew.%, Fe als Fe3+):
REM: SiO2 = 33,9, Fe2O3=30,75, CaO = 36,2
EMS: SiO2 = 35,63, Al2O3 = 0,03, Cr2O3 = 0,09, Fe2O3 = 31,04, MgO = 0,04, CaO = 33,25
Spezif. Gewicht: 3,81-3,83
Literatur
Lind, T., Henn, U., Henn, A., Bank, H. (1997): Neues Vorkommen von Demantoid in Namibia, Z.d.Dt. Gemmol. Ges., 46/3, 153-160
Autorenadressen:
Dr. Joachim Zang
Abteilung für Edelsteinforschung
Institut für Geowissenschaften
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Postanschrift:
Fa. Gustav Zang
Tiefensteiner Str. 223 a
55743 Idar-Oberstein
Tel.: 06781-33210, Fax: 06781-35958
Joachim.Zang@T-Online.de
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Dr. Vera M.F. Hammer und Dr. F. Brandstätter
Naturhistorisches Museum Wien
Mineralogisch-Petrographische Abteilung
Staatliches Edelsteininstitut
Burgring 7
A-1010 Wien / Austria
vera.hammer@nhm-wien.ac.at
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Klaus Schoder
Forschungsinstitut für Mineralische und Metallische Werkstoffe Edelsteine/Edelmetalle GmbH - FEE
Struthstr. 2
55743 Idar-Oberstein
fee-io@t-online.de
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Last update 30.09.1999
Münchener Mineralienfreunde e.V.,
Münchener Straße 23,
85540 Haar
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