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"Hauyn"
- Farbe: blau, grünblau, rot, weiß, grau
- Strich: bläulich, weiß
- Glanz, Refraktion: Ggl., fettig, 1.490 bis 1.505
- Transparenz: durchsichtig, durchscheinend
- Härte: 5,5-6
- Dichte: 2,4-2,5
- Spaltbarkeit: sehr gut
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- Bruch: muschelig
- Ausbildung: isometrisch, würfelig, derb, körnig
- System: kubisch
- Vorkommen: eingewachsen, Auswürflinge, Tuffe, Laven
- Begleitminerale: Leucit, Nephelin
- Ähnliche: Sodalith, Nosean, Lasurit
- Formel: (Na,Ca)8-4(SO4)2-1[(AlSiO4)6]
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Oft wurde Hauyn (benannt nach dem franz. Mineralogen
Haüy) als Nosean bestimmt oder auch einfach nur als Sodalith "deklassiert"....Hiermit
sollte man sich aber nicht zufrieden geben.
In der Gruppe der Sodalith-Mineralien gehört
Hauyn als CaSO4-haltiger Foid in den SO2 armen Magmagesteinen
zu den leukokraten (hellen) Mineralien. Seine chemische Zusammensetzung
kann aufgrund von Mischkristallisationen differieren.
So ist dieser Feldspatvertreter oft als verwachsener
Bestandteil in den Eruptivgesteinen der Eifelvulkane anzutreffen.
Diverse Basalte, Tuffe, Sande und Schlacken aus den verschiedensten
Ausbrüchen enthalten ihn.
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Sehr beliebt ist auch heute noch der Bruch der Fa. Schmitz, wie in
allen Steinbrüchen verbieten Schilder am Eingang das Betreten. Trotzdem
wird hier fleißig gehortet und gesammelt.
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Die derben oder körnigen Einsprenglinge im Mendiger trachitischen
Bimstuff zeigen selten Kristallflächen. Einige Millimeter große
lose Kristallfragmente lassen sich in bestimmten Schichten finden.
Es wird wohl keinen Bruchbesitzer geben, der so ohne Weiteres das Betreten
seines Betriebsgeländes erlaubt.
Zum einen stellt sich die Haftungsfrage und zum anderen lagern
in solchen Firmen auch Betriebsmittel von beträchtlichem Wert.
Wer sieht schon gerne ein Kind mit seinem Bagger spielen oder weit
vorgebeugt über den Schlund eines Brechers hängen?
In der ganzen Region finden sich umgelagerte Sande,
die ebenfalls als Fundmöglichkeit für viele Mineralien dienlich
sein können. Einen "normalen" Sandsammler wird die mineralogische
Zusammensetzung zwar wenig interessieren, trotzdem möchte ich auf
das faszinierende Erscheinungbild solcher Fraktionen unter dem Mikroskop
hinweisen !
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Diese Umlagerungen fanden unmittelbar während nach und nach der
Eruption statt, noch heute kann man die teilweise wieder aufgefüllten
Erosionsfurchen um den Laacher See wiedererkennen.
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Auf den Feldern um den Laacher See findet man in den sogenannten Gleeser-
oder auch Laacher-Lesesteine (subvulkanischen Auswürflingen aus einer
Tiefe von mehr als 10 km) oft xenomorphe Fragmente, selten auch Einzelkristalle
vieler Minerale, darunter auch Hauyn.
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Diese "Gleesite" aus Eruptionen von rund 11000 Jahren
(Hauyn-Sanidin-Gabbro, Hauyn-Monzodiorit, Hauyn-Syenit und andere) sind
oft leicht an ihrem hohen spezifischen Gewicht zu erkennen und erscheinen
beim Zertrümmern als hochinteressante Schwermineralkonglomerate.
Auch älteren Vulkanite , wie z.b. in dem Hauynnephelin-Leucitophyr
und dem Hauynnephelin-Leucitophyrtuff (Leuco-Hauyn-Nephelin-Leucitit) des
Perlerkopf (Bl 5508) ( 320000-390000 Jahre) ca. 4 km nordöstlich von
Kempenich enthalten Hauyn. Mit ca. 8,1 Vol% ist es also hier nicht besonders
schwer, einige Muster zu finden.
Durch die gute Spaltbarkeit und den muscheligen Bruch bleiben meist nur
körnige Bruchstücke erhalten.
In Poren oder Blasenräumen der quartären Vulkanite findet
man Übergängen zwischen Würfel und Rhombendodekaeder, oft
auch nur farblos und klar, dann meist unscheinbar und daher auch schwer
zu erkennen.
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Verschiedene kräftige Färbungsvarianten
sind möglich und eigentlich auch recht verbreitet.
Dem dann auffallenden Mineral verleiht dies zusammen mit anderen Eigenschaften
seine eigene Faszination, so bemerkte ich eine leuchtend rote Lumineszenz
im UV-Licht und das bei einem tiefblauen Hauyn-Kristall in einem Basaltanschnitt
aus dem Mayener Leucit-Nephelin-Tephrit der MAYKO.
Im nachhinein betrachtet sollte diese Eigenschaft durch seine Gruppenzugehörigkeit
eigentlich nicht verwundern.
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In den grauen Laachersee-Tuffen kommen Hauyne zusammen mit metamorphem
Gestein aus dem Untergrund besonders oft vor. Die neu entstandenen Mineral-Kompositionen
sind in den umgewandelten Auswürflingen meist weitaus interessanter
als das umgebende weiße Vulkanglas.
Wenn man sich nun vorstellt, dass z.B. Kupferkies, Baryt, Bleiglanz,
Mangan oder einfach auch nur quartärer Ton mit diesem Brutofengestein
reagiert, so sind die berechtigten Erwartungen an differente Fundmöglichkeiten
groß.
Auch stark umgewandelte Fossilien (Äste, Wurzeln usw.) lassen
sich mit etwas Glück in einigen Schichten finden.
Hier entstehen ebenfalls neue Mineralien, manchmal
wurden diese dann zusammen mit den bereits vorhandenen Mineralien durch
Gasaustritte oder einfach nur Grund- oder Mineralwasser zu interessanten
Gemeinschaften vergesellschaftet.
Die Schlacken des Hochsimmers enthalten etwas größere blaue
Kristalle. Im Basalt muß man etwas länger danach suchen, dafür
ist dieser besonders kräftig in der Farbe.
Weitere Hauyn-Fundorte in der Eifel sind z.B. der
Leucit-Nephelin-Basalt des Firmerichs bei Daun (BL5707) oder der Leilenkopf
bei Niederlützingen (BL5509), bei letzterem haben Mineralwassereinwirkungen
des Brohltals oben beschriebene Sekundärmineralisierungen hinterlassen.
Auch im LAPIS JANUARY 1998 (http://mineralogie.com/lapiseng/vol23/)
wurde ein interessantes Thema angeschnitten:
" Remarkable Find: Hauyn Crystals from Teneriffa by Conrad Linde",
hier sieht man ebenfalls, dass dieses Mineral oft nicht sofort als
solches erkannt wurde ...
 | Obwohl Hauyn mit seiner Härte von 5,5-6,0 eigentlich nur bedingt
als Schmuckstein zu gebrauchen ist, wird er oft, besonders von Einheimischen
als solcher verwertet.
Fragen Sie einen Mendiger z.B. nach Hauyn, so werden Sie erstaunliche
und merkwürdige Geschichten hören ... ( :-) lol). So sagte eine
ältere Frau aus Mendig zu mir: "Dat hileft jähn de bühse
Blick"... |  |
Zuletzt möchte ich es jedoch nicht versäumen,
den Bellerberg als Fundort zu erwähnen.
Als Bewohner von Ettringen habe ich einen ganz besonderen
Bezug zu dieser wirklich einmaligen Eifeler MM-Schatzgrube.
Ein Tag in diesem Bruch beschert Wochen an Auswertungen,
wobei die vielen stark metasomatisch veränderten Xenolithe jeden Tag
neue Überraschungen zu zeigen wissen.
So ist die Vielfalt der Mineralien in räumlicher
Nähe derart erstaunend, dass man über so manche gut gemeinte und
eigentlich sachlich richtige Fachliteratur lächeln kann.
Die lokalen Mikroreaktionsöfen in kontaktmetamorphem
Gestein bringen so einige berauschende Anblicke im Mikroskop zum Vorschein.
Es findet sich z.B. Tridymit in relativer Nachbarschaft
zu Hauyn, zwei Welten treffen aufeinander...
Hierzu vielleicht (wenn Timm hartnäckig genug
ist) später mehr.
Bernd Klein, An der Pumpe 8, 56729 Ettringen Tel: 0049/2651/5547
Last update 14.09.1999
Münchener Mineralienfreunde e.V.,
Münchener Straße 23,
85540 Haar
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