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Münchener
Mineralienfreunde e.V.
Verein zur Förderung der Geowissenschaften, MM e.V. Schriftführung Ingrid Bode Ideeller Träger der Frühjahrsmesse und der Mineralientage München |
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Mit einer Ausnahme, so dachte ich immer schon:
Diese Sehnsucht im Hinterkopf wurde am 7.5.95 aktiviert.
Ich war nicht der Einzige, auch andere hatte die Nachricht angelockt.
Schnell war das Zentrum des Schlammmusters erreicht.
In unmittelbarer Nähe des Eglsees, das ist ein kleines Feuchtbiotop zum Schutz gleichnamiger
Tierchen zwischen Andechs und Frieding, entdeckte ich mit meinen Mitforschern ein Loch mit einem
Durchmesser von ca. 10 bis 15 m und einer Tiefe von 4 m umgeben von einem Ringwall von Lehm.
HA, HA, HA, so wissenschaftlich bin ich auch noch, dachte ich und machte mich
ebenfalls auf die Suche. Die Ausbeute war dürftig. Gras und Schlamm in so ziemlich allen gewünschten
Formaten, aber keine Spur eines Nickeleisenmeteoriten, nein auch keines Chondriten, geschweige denn
von all den wunderschönen himmlischen Materialien, die in Chile, Argentinien, Südwestafrika, Sibirien
oder sonstwo zu finden sind, wo es ohnehin schon genug Mineralien gibt.
Eine Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg? Nein. wir hätten sicher Reste entdeckt und außerdem, was sollte es zwischen Andechs und Frieding zu bombardieren gegeben haben? Eine Sprengung? Wer käme auf solch eine Idee? Mit gründlich ruinierten Schuhen verließ ich schließlich das neue Andechser Geotop und begrub erstmal die Hoffnung, einen lokalen Meteoriten in meine Sammlung aufnehmen zu können. Der Koloss musste sicherlich irgendwie drei, vier Meter im Lehm stecken und würde dann von berufenerer Stelle geborgen werden. Ein noch eifrigerer Meteoritensucher fand aber später ein Stück Zündschnur und auf einmal war alles anders, als es schien. Der mittlerweile überörtlich bekannte Sprengmeister Edi R. hatte eine Sprengung zum "Erstellen eines Biotops mit Auswurfsprengung" beim Gewerbeaufsichtsamt München-Land angezeigt, die war aber in der Sammelpost liegengeblieben und nicht an die Polizei und das Landratsamt Starnberg weitergeleitet worden.
Edi R., der sich nach den Radio- und Fernsehnachrichten über seinen Meteoriten
vor Lachen kaum halten konnte, verging dasselbe in den nächsten Tagen erst einmal. Ein Loch, das ist
nicht nur ein Loch, sondern - ab einer bestimmten Größe - auch eine bauliche Anlage, die genehmigt werden
muss. Ein Loch in einem Biotop bedarf auch noch der Erlaubnis der Unteren Naturschutzbehörde.
Nun überschlugen sich die Gerüchte im Lande zwischen Ammersee und Starnberger See.
Was steckte wirklich dahinter?
Der Amtsrichter in Starnberg hatte für all das jedenfalls kein Verständnis. Er verurteilte unseren Edi R. zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung und 5 000 DM Geldbuße wegen des vorsätzlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. Das hätte womöglich das Ende seiner Sprengkarriere bedeutet, denn von einem Sprengmeister wird eine besondere Gesetzestreue abverlangt. Doch auch weitere Opfer waren zu beklagen. Da war zum Beispiel der Herrschinger Polizeichef, der seitdem von seinen Kollegen nur noch Meteoriten-Max genannt wurde und nicht zuletzt auch meine Schuhe, die - Gummi- oder Bergstiefel hatte ich angesichts der Dringlichkeit nicht mehr anziehen können - ihren Weg zum Abfallcontainer fanden. Doch die Zeit heilt so manche Wunde. Das Landgericht München sah alles anders und sprach E. R. frei, so dass er weiter seiner hochbrisanten Tätigkeit nachgehen konnte. Auch unser Biotop hat - im Nachhinein genommen - keinen größeren Schaden genommen. Auch hier ist das - sprichwörtliche - Gras mittlerweile über die Sache gewachsen. Und doch: Irgendwann einmal wird er kommen der - richtige Andechser Meteorit - und sicher wird einer von den Münchner Minerialienfreunden ihn - mit dem nötigen wissenschaftlichen Ernst - dann zu seiner Sammlung nehmen. Heiner Schuster
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