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Mineralienfundstellen am Plattensee
Ungarn ist aufgrund der günstigen Preise für Unterkunft und Ernährung ein lohnendes
Reiseland, so dachte ich im August 2000, und schon fuhren wir (Mama, 2 Kinder 6/5 und Papa)
via Passau - Wien - Sopron in das Gebiet des Bakony-Waldes, eines Mittelgebirgszuges nördlich
des Plattensees.
Zuerst beeindruckte die Landschaft mit ihren ausgeprägten Ödlandflächen, in denen ich im
Frühjahr viele bei uns längst selten gewordene Pflanzen vermute.
So wurden meines zweiten Hobbys - der Fotografie - fröhnend innerhalb von
16 Urlaubstagen flugs 19 Diafilme belichtet.
Dabei diente mir ein Murvabanya (Steinbruch) in der Nähe
meines Urlaubsortes Bakonykoppan als Biotop für Smaragdeidechsen,
Ödlandschrecken, Gottesanbeterin,
Golddistel und vieles mehr.
Die kleinen Calcitkristalle waren nicht von Interesse.
Auch dieses Jahr nutzten wir die Sommerferien um 2 Wochen in den Bakony zu fahren.
Auf einer Rundfahrt in der Nähe von Cesnek und Fenyöfö erweckte eine karminrote Werkstraße
meine Aufmerksamkeit. Schnell bogen wir ab und folgten der Straße, kurz darauf standen wir
in einem großen Bauxitabbau. Meine Begeisterung und die der Kinder konnte Mama nicht ganz
teilen, denn sofort strömten wir drei in alle Richtungen aus, um nach "Glitzersteinen" Ausschau zu
halten. Aber auch hier nur kleine Calcite und kleine derbe Markasite. Die Kinder waren von oben
bis unten karmesinrot. Mama durfte die Kinder und deren Bekleidung, Papa das Auto putzen.
Soweit die eigenen Erfahrungen zum Thema Mineraliensammeln in Ungarn.
Zurück aus Ungarn, schaute ich meinen E-Mail Briefkasten an. Ich fand einige E-Mails
von Sammlern, die am Plattensee Urlaub gemacht hatten und denen hier einige Steinbrüche
aufgefallen waren. Sie interessierten sich für die Fundmöglichkeiten und wollten wissen,
ob die Münchener Mineralienfreunde helfen können.
Kein Problem dachte ich, die Münchener Mineralienfreunde waren schon überall in der Welt,
da wird sich auch einer in Ungarn auskennen.
Schnell waren Arpad Hertel und Peter Köhlen von den Micromountern ausfindig gemacht,
die mir gerne ihre Aufzeichnungen zur Verfügung stellten.
Allgemein läßt sich sagen, dass aus der Region rund um den Plattensee nicht mit großen
Mineralfunden zu rechnen ist. Im wesentlichen sind Micromounts zu gewinnen.
Hier die von Arpad und Peter besuchten Fundstellen im Überblick:
Fundstelle # 1 Bazsi (Besucht 10/98; 9/99; 6/00) (Koordinaten 33T0672442 UTM 5198474) (Planquadrat (PQ:) B6(siehe unten:)
Anmerkung: Lapis Min. Verzeichnis: Schichtsilikate VIII/ H. 18 bis 22
- Aragonit: farblose oder blassrosa langsäulige, meiselförmige xx, im allg. strahlige xx-Gruppen, die bis zu 8-10cm erreichen können.
- Augit: schwarze gedrungene xx
- Calcit: farblos, weiß, rhomboedrische xx, kugelige Haufen, krustige Überzüge
- Chabasit: farblose Rhomboeder von mm-Größe
- Magnetit: schwarze Oktaeder von mm-Größe
- Mn-Oxid
- Natrolith: weiße, etliche mm große strahlig, nadelige xx-Gruppen
- Phillipsit: farblose, weiße etl. mm große xx, bzw. kugelige x-Aggregate
- Pyrit: meist verzwillingt oder kugelige x-Gruppen, farbig angelaufen
- Spinell: braune Oktaeder von mm-Größe
- Smektit: blassgrüne, grüne, braune, durchscheinende Haufen, Krusten, s. Anmerkung
- Thomsonit: farblose, weiße strahlig-nadelige xx-Gruppen von etl. mm Größe.
Fundstelle # 2 Uzsabanya (Besucht 0/98; 6/00) (Koordinaten 33T0677393 UTM 5196010 beim Büro) (PQ: P7)
Anmerkung: Lapis Min. Verzeichnis: Schichtsilikate VIIl/ H. 18 bis 22
- Analcim: wasserklare xx von 1-3mm
- Apatit: farblose, nadelige Häufchen von etl. mm.
- Apophyllit: wasserklare, prismatische oder bipyramidale xx von 1-3mm
- Calcit: meist rhomboedrische, farblose, weiße, gelbliche xx, oft als Hohlraumfüllung, auch doppelendige,
spindelförmige xx auf Natrolith bzw. Tetranatrolith aufgewachsen
- Chabasit: selten, weiße oder farblose Rhomboeder von mm-Größe
- Gonnardit: farblose, durchscheinende oder weiße nadelig-kugelige xx-Aggregate
- Ilmenit: schwarze, dünntafelige oder plattige xx
- Katoit-: Von dieser Fundstelle gibt es keine Beschreibung des Minerals, 2 Stufen vom Ungarn Gal bekommen. Keine Eigenfunde. Zweifel!
- Magnetit: schwarze, oktaedrische xx von 1-2mm
- Natrolith: ähnlich dem Tetranatrolith, optisch nicht unterscheidbar,
- Phillipsit: farblose, weiße gedrungene xx, oft auch kurzsäulige wasserklare xx
- Serpentin: weiße und graugrüne derbe Massen
- Smektit, Vermiculit: weiße, grünlichgraue, teilweise durchscheinende Überzüge bzw. kugelige Haufen s. Anmerkung
- Tetranatrolith: farblose, weiße gestreckt-säulige xx von 1-2mm
- Tobermorit: weiße, watteartige Häufchen, feinnadelige Rasen bzw. kugelige Häufchen
Fundstelle # 3 Lesenceistvand (9/99)(PQ: BC7)
Copiapit, Gips, Goethit, Halotrichit, Jarosit, Markasit, Melanterit, Romboklas, Rozenit, Römerit.
Hinweis: Das Sammeln an dieser Fundstelle ist nicht lohnend, da die Mineralien zerfallen.
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Aus einem ungarischen Buch entnahmen Arpad und Peter Hinweise auf folgende
Fundstellen, die sie aber noch nicht besucht haben. Wenn Sie eine dieser Fundstellen aufsuchen,
wären wir für entsprechnde Erfahrungshinweise sehr dankbar.
Anmerkung: Alle Planquadratangaben (PQ:) beziehen sich auf die Karten Veszprém megye 1:150 000 (siehe Bild)
bzw. die Karte Vas magye 1:150 000.
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Gebiet westlich von Sümeg
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Bozsok: Fundstelle (PQ: C-D2)
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Aktinolith, Albit, Calcit, Chlorit, Epidot, Goethit, Mn-Oxid, Quarz
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Felsöcsatár, Talkumbanya - aktiver Bergbau (Karte Vas magye PQ: C3)
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Aktinolith, Antigorit, Aragonit, Calcit, Chalkopyrit, Chlorit, Dolomit, Goethit, Ilmenit, Magnetit, Malachit, Pyrit,
Quarz, Siderit, Talk, Tremolit, (weniger Tremolit, eher Aktinolith, mit mehr Fe überwiegend grün gefärbt, ohne Fe weiß.)
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Felsöcsatar, Zöldpala, - aufgelassener Bergbau (Karte Vas magye PQ: C3)
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Aktinolith, Albit, Calcit, Chalkopyrit, Chlorit, Goethit, Malachit, Pyrit, Quarz
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Vaskeresztes (PQ: C3)
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Ilmenit, Magnetit, Titanit
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Velem (PQ: D2)
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Albit, Calcit, Goethit, Quarz, Mn-Oxid (Pyrolusit, Rancieit, Manganomelan), Rutil, Siderit
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Gebiet südöstlich von Sümeg
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Keszthely (PQ: AB8)
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Baryt, Dolomit, Goethit, Markasit
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Nagygörbö (PQ: A6)
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Apophyllit, Calcit, Natrolith, Phillipsit
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Szentbékkálla (PQ: D7)
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Diopsid, Forsterit, Hornblende, Spinell, - meist eingewachsene Sachen
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Gebiet nordöstlich von Sümeg
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Nyirád (PQ: C-D6)
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Gips,
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Nyirád, Nyirespuszta (PQ: C-D6)
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Bauxit, Böhmit, Calcit, Gibbsit, Goethit, Markasit, Siderit
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Ugod (PQ: E2)
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Calcit, Goethit
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Urkut (PQ: E5)
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Calcit, Gips, Kryptomelan, Manganit, Markasit, Pyrit, Pyrolusit, Quarz, Rhodochrosit, Romanechit, Seladonit
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Rainer Timm
Last update 01.11.2001
Münchener Mineralienfreunde e.V.,
Münchener Straße 23,
85540 Haar
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