| Für das Jahr 2003 hatte sich die Schleifergruppe etwas ganz Besonderes
vorgenommen. Ein Wettbewerb sollte veranstaltet werden. Damit das Vorhaben
auch so richtig "rund" läuft, wurde beschlossen, dass es ein Kugelschleifwettbewerb
werden soll. Obwohl es in der nunmehr fast 30 jährigen Bestandszeit der
Gruppe schon mehrere Anregungen dazu gegeben hat, unterblieb jedoch eine
Umsetzung aus unterschiedlichsten Gründen. Dieses Mal standen die Zeichen
allerdings recht günstig, da der Vorschlag von einer ausreichenden Anzahl
von Gruppenmitgliedern mit Interesse aufgenommen wurde. |
| Versorgt mit den Randbedingungen eines entsprechenden Wettbewerbs und
den speziellen Kriterien (Materialauswahl, Geometrie, Oberfläche/Politur,
Bearbeitungsbeschreibung u. Ästhetik), sowie dem theoretischen Wissen der
Fertigung durch Karl Fischer und verschiedenen Bearbeitungsvarianten von
Karl Kuttner und Dr. Johann Wierer, welche auf diesem Gebiet schon auf
ausgereifte Erfahrung zurückgreifen konnten, stürzten wir uns dann frohen
Mutes ins vorgenommene Unterfangen. |
| Die Auswahl des Grundmaterials blieb den Teilnehmern freigestellt.
Selbiges wurde jedoch zusätzlich durch Exkursionen (Steinbach im Saarland,
Kundl u. Umgebung in Tirol bzw. aus Gletschergeröllablagerungen am Isarufer)
besorgt. |
| Zwischendurch schien das Ziel, einen Abschluss des Wettbewerbs mit
vorzeigbarem Ergebnis bis zu den Mineralientagen im Herbst zu erreichen,
auf Grund der regen Beteiligung und beschränkten Verfügbarkeit der benötigten
Bearbeitungseinrichtungen in schier unerreichbarer Weite. Durch sehr rege
Teilnahme an den Gruppenabenden (im HS 107 der LMU Theresienstr. 41) und
den Workshops in Haag/Obb bei Hrn.Dr. Wierer und Ingolstadt bei Hrn. Zeitvogel
(Leiter der Schleifergruppe) näherten wir uns aber Schritt für Schritt
dem gesteckten Ziel. |
| So konnten dann Mitte September die Kugeln eingesammelt und anonym
bewertet werden. Beim folgenden Treffen im Oktober wurden daraufhin die
Preisträger bekannt gegeben. Da bekanntlich zu einem Preisträger auch ein
Preis gehört, seien auch diese hier erwähnt. |
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Kugeln des Wettbewerbs
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Beschreibung einer Kugelherstellung
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Kugeln des Wettbewerbs
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Nr. 1
N: Franz Wolf
M: Landschaftskalk
F: Italien/Toskana

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Vorbereitung: Zum Sägen des
Steins wurde (von Hrn . Kuttner) eine Schneidelehre angefertigt, welche
aus 2 Teilen besteht (Abb.1). Danach wird ein passender Stein ausgewählt
und plan angeschnitten (Abb. 2). Der runde Teil der Schneidelehre wird
auf der Säge montiert (Abb. 3) und das eckige Plättchen, wird auf den planen
Anschnitt, mittig am Stein aufgeklebt (siehe Abb. 4).
.... ...

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NR. 13
N: Karina Martin
M: Konglomerat
F: Tirol/Kundl

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Nr. 2
N: Elisabeth Eberle
M: Crinoidenkalk
F: Ramsau
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Sägen: Der Stein wird nun anhand der Einkerbungsmöglichkeiten
der Schneidelehre, in einer Richtung entweder zu einem Achtkant (Abb. 5
u. Abb. 6) oder bei größeren Exemplaren zu einem Sechzehnkant (Abb. 7)
gesägt.
... ...
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Nr. 14
N: Meinhold
M: Serpentin
F: Cornwall/Lizard
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Nr. 3
N: Horst Röper
M: Kalkschlamm
F: Oberbayern
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Im nächsten Schritt wird das Plättchen der Lehre vom Stein entfernt,
und um 90 Grad versetzt wiederum mittig auf den gesäuberten Stein (die
Stelle muss fettfrei sein) aufgeklebt (Abb. 5 u. Abb. 8). Wenn der Kleber
ausgehärtet ist (in diesem Fall wurde 2 Komponentenkleber UHU endfest 300
verwendet, welcher im Backrohr bei 100 Grad C. innerhalb 10 Minuten aushärtet)
kann der 2 Umlauf gesägt werden. |
Nr. 15
N: Karina Martin
M: Nummulitenkalk
F:Spanien/Pyrenäen
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Nr. 4
N: Erwin Urbainczyk
M: Konglomerat
F: Tirol/Kundl
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...
Abbildung 9 zeigt den Stein zu 50% im 2. Umlauf gesägt.
Nach erfolgtem Sägen des 2. Umlaufs erfolgt wiederum das Umkleben des
Plättchens, diesmal auf die noch verbleibende 3. Seite. In Abb. 10 ist
ersichtlich, dass bis zu diesem Zeitpunkt die 3. Seite nur als Vierkant
existiert. |
Nr. 16
N: Klaus Grasl
M: Granatamphibolit
F: Scharnitz
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Nr. 5
N: Willi Ruppert
M:Verwerfungsbrekzie
F: Steinbach b. Tholey

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...
Der nun entstandene dreiseitig geschnittene 16Kant ist in Abbildung 11
dargestellt.
Alternative Herstellungsmethode: Als Alternative
zum Sägen eines 3seitigen 16Kant kann mittels Kernbohrer und entsprechendem
Gerät plus Halterung der ausgewählte Stein auch als 3seitige Kernbohrung
gefertigt werden. Da diese Methode beim Wettbewerb nicht verwendet wurde,
wird sie hier nur erwähnt und nicht weiter beschrieben. Die weiteren Arbeitsschritte
wären bei einem so gefertigtem Ausgangsstück allerdings die gleichen wie
fortlaufend beschrieben. |
Nr. 17
N: Barbara Reimers
M: Gneis
F: Baldham /
Möschenfelder Wald
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Nr. 6
N: Vesselina Stephan
M: Gneis
F: Isargeröll

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Kanten brechen und grobes Runden: Die Ecken
und Kanten werden im nächsten Schritt auf einem handelsüblichen Fliesenschneider
(Abb. 12) gebrochen.
Dabei gilt für die Kanten, dass das jeweils äußere Drittel abgetragen wird.
Das mittlere Drittel bleibt erhalten. Zum Runden wurde ein handelsüblicher
Doppelschleifer modifiziert. Dazu wurden mehrere (hier z.B. 8 Stück) Diamantscheiben
(auf entsprechender Welle, da es zu keiner Unwucht kommen darf) zu einem
Packet geklebt. Die Idee dazu lieferte Karl Kuttner. |
Nr. 18
N: Jutta Ruppert
M: Radiolaritbrekzie
F: Isargeröll b. Icking
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Nr. 7
N: Jutta Ruppert
M: Granatamphibolit
F: Scharnitz
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In Abb. 13 ist der modifizierte Doppelschleifer zu sehen, Abb. 14 zeigt
den Vorgang des groben Abrundens und Abb. 15 das Ergebnis.
... ...
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Nr. 19
N: Leslie Rose
M: Amphibolit
F: Scharnitz
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Nr. 8
N: Klaus Grasl
M: Hornblendeamph.
F: Scharnitz
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feines Runden: Dieses kann auf unterschiedliche
Weise geschehen. Die Methoden dazu sind
a.) Runden auf handelsüblichen, über den Steinmetzbedarf erhältlichen
Silizium-Karbird (SiC) Töpfen der Körnung 60 (Abb. 16);
b.)auf selbstgebauten mit Diamantblättchen belegten Töpfen. Zum Belegen
können z.B. Stücke des diamantbesetzten Randbereichs einer Diamanttrennscheibe
verwendet werden (Abb. 17 u. 18);
c.) auf Diamant-Bohrkrone, die vertikal montiert und bei welcher die
Zwischenräume mit Steinkleber verfüllt wurden Abb.19)
... ... ...
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Nr. 20
N: Willi Ruppert
M: Granatamphibolit
F: Scharnitz
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Nr. 9
N: Horst Röper
M: Marmor
F: Italien / Carrara
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Als Basis für die jeweiligen Aufsätze diente ein defekter Winkelschleifer,
welcher von einem Einphasenmotor angetrieben wurde. Daraus ergeben sich
2 Vorteile:
1.) das M14 Gewinde passt zur handelsüblichen Ausführung der Schleiftöpfe.
2.) Die Drehzahl des Einphasenmotors wird durch das Getriebe des Winkelschleifers
reduziert.
Es besteht auch die Möglichkeit, die Silizium-Karbird Töpfe direkt
auf einem funktionsfähigem Winkelschleifer zu montieren, dann ist aber
darauf zu achten, dass die Drehzahl 2000 Umdrehungen/min nicht übersteigt.
Bei höheren Umdrehungszahlen besteht höchste Verletzungsgefahr, da die
Töpfe den dann auftretenden Fliehkräften nicht standhalten und sich in
ihre Bestandteile zerlegen!!!!!
Die hier gefertigte Kugel wurde auf der Diamant-Bohrkrone gerundet.
Dabei wird von oben Druck auf den Stein ausgeübt und die Kugel dabei vertikal
und horizontal nachgedreht (Abb. 20). Während des Vorgangs wird mittels
Wasserspender der Stein permanent benässt. Nach einiger Zeit nimmt der
Rohling eine runde Form an und man kann die noch vorhandenen Fehlstellen
gut erkennen (Abb. 21). |
Nr. 21
N: Manfred Meinhold
M: Marmor
F: Ingeröll/Gars

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Nr. 10
N: Hans Mair
M: Schneeflocken-
Obsidian
F: Mexiko
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Diese Fehlstellen müssen komplett abgearbeitet werden. Im Falle dieser
Kugel war die Fehlstelle ca. so groß wie eine 1Euro Münze und das Abtragen
nahm 2 Stunden in Anspruch.
Schleifen: Dieses kann entweder in Silizium-Karbird
Töpfen unterschiedlicher Korngrößen geschehen, oder wie bei der hier gefertigten
Kugel auf einem Messingtopf (Abb. 22) unter Zuhilfenahme von Schleifpulver
(SiC) unterschiedlicher Korngrößen.

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Nr. 22
N: Elisabeth Eberle
M: Konglomerat
F: Tirol/Kundl

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Nr. 11
N: Hans Mair
M: Marmor
F: Norwegen
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ZWISCHENSCHRITT: an dieser Stelle wurde die hier beschriebene Kugel
einem Zwischenschritt unterzogen, auf den im Beitrag "Sie dreht sich doch"
näher eingegangen wird.
Ohne den Zwischenschritt geht es im Messingtopf los mit der Korngröße80.
Es wird so lange gedreht und geschliffen, bis die Riefen und Furchen ein
einheitliches Bild ergeben. Zwischendurch wird die Kugel immer wieder gesäubert
und kontrolliert, ob nicht noch größere Untiefen vorhanden sind. Neues
Korn wird gelegentlich zugefügt. Wenn die Oberfläche ein einheitliches
Bild ergibt, kann auf die nächste Korngröße gewechselt werden. Dazu heißt
es aber, vorher alles (Kugel, Messingtopf, Tropfschutz und am Besten die
nähere Umgebung) aufs genaueste zu Reinigen. Danach kommt die nächste Korngröße
180 bzw. 200 und der ganze für K80 beschriebene Vorgang wiederholt sich.
Die ersten beiden Korngrößen ergeben am Messingtopf ein ganz dunkles Erscheinungsbild
(Abb. 23)
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Nr. 23
N: Franz Wolf
M: Juliagranit
F: Isargeröll
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Nr. 12
N: Willi Böhm
M: Buntkalk
F: ICEtrasse b. Ingolstadt
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Nach Beendigung dieses Arbeitsganges folgen noch die Schleifvorgänge
mit den Korngrößen K400, K800 u. K1200. Dabei schätz man sich glücklich,
wenn hin und wieder kleine Helferlein vorbeikommen (Abb. 24).
Polieren: Dazu wurde ein spezieller Poliertopf
aus verleimten Holzplatten gedreht (Abb. 25, Herstellung Karl Kuttner).
Das Polieren erfolgt mittels Filz im Poliertopf (Abb. 26) unter Auftragen
eines geeigneten, mit Wasser vermengten Poliermittels (Abb.27). Der Stein
soll sich dabei merklich erwärmen, damit das Poliermittel richtig zum Fluss
kommt und so die Poren verschließt. Für die gefertigte Kugel wurde mit
Cer-Oxyd nicht das gewünschte Ergebnis erzielt. Dieses stellte sich erst
bei Verwendung von Aluminium-Oyxd ein.
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Nr. 24
N: Otto Albertsdörfer
M:Granatamphibolit
F: Seeshaupt Kiesgrube
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Das Ergebnis:
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Die benötigten Maschinen zur Beschreibung der Kugelherstellung
wurden (soweit sie nicht im eigenen Besitz sind wie Fliesenschneider u.
Doppelschleifmaschine) von Heinrich Zeitvogel zur Verfügung gestellt.
Ihm gebührt spezieller Dank, da die Bereitstellung
dieser eine wesentliche Grundlage für das Entstehen dieses Berichtes war. |
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