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Münchener
Mineralienfreunde e.V.
Verein zur Förderung der Geowissenschaften, MM e.V. Schriftführung Ingrid Bode Ideeller Träger der Frühjahrsmesse und der Geofachmesse Mineralientage München |
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Die Schönheit der Mineralien kommt am eindrucksvollsten in den kleinsten Exemplaren zur Geltung. Diese Micro-Kristalle zu sammeln und zu montieren ist ein faszinierendes und befriedigendes Hobby. Die scharfe Beobachtungsgabe des Wissenschaftlers kombiniert mit dem feinen Auge und Gespür eines Künstlers bietet unendliche Möglichkeiten der Selbstdarstellung des Sammlers. Wie können wir den Begriff "Micromount" definieren?
Das Wort "mount" ist dabei abgeleitet von "montieren", nicht von dem Begriff "Mount = Berg". Desweiteren sind davon zwei zusätzliche Begriffe abgeleitet,
der "Micromount Sammler", also jemand der durch Tausch oder Kauf fertige
Micromounts sammelt und der "Micromounter", der selbst vor Ort sammelt,
formatisiert und diese Exemplare montiert, bestimmt und beschriftet.
Zerstöre niemals eine ästhetische oder wissenschaftlich wertvolle größere Stufe um ein Micromount zu machen! Desweiteren besteht eine enge Beziehung des Micromounters zur Wissenschaft. Der wissenschaftliche Mineraloge hat neben seiner täglichen Arbeit wie Schreibarbeit, Lehr- oder Museumstätigkeit wenig Zeit Mineralien zu sammeln. Der Amateur sucht neue Fundstellen, findet unter Umständen unbekannte Arten und untersucht oft zusammen mit dem Wissenschaftler diese und führt sie einer Beschreibung zu. Die Bestimmung eines neuen Minerals, seine chemische Zusammensetzung und Formel, seine Registrierung als offizielles neues Mineral kann nur der Wissenschaftler durchführen. Dies übersteigt die Möglichkeiten des Micromounters . Eine Symbiose beider ist fruchtbar und erstrebenswert.Es gäbe viel zu sagen über sammeln, formatisieren, montieren, bestimmen, beschriften und katalogisieren. Dies würde den derzeitigen Rahmen sprengen; vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt an gleicher Stelle. Arten von Sammlungen Im Gegensatz zu wissenschaftlichen Sammlungen hat der Micromounter wesentlich mehr Möglichkeiten seine Sammlung individuell und ästhetisch zu gestalten. Eine Stufe kann wissenschaftlich äußerst wertvoll sein, aber nicht zwingend attraktiv. Hier gelten andere Gesetze. Die MM Sammlungen spiegeln die Individualität des Einzelnen wieder. Als Hauptarten seien kurz genannt: - Die Systematik-Sammlung Das Ziel dieses Sammlung-Typus ist die Vollständigkeit. Von den derzeit über 3500 bekannten Mineralien soll mindestens ein Belegstück vorhanden sein. Diese Sammlung ist meist wenig attraktiv, da von vielen Arten keine schön kristallisierten Stücke erhältlich sind, oder überhaupt existieren, und enthält viele derbe Stücke. Da dieser Sammler nach Vollständigkeit zielt, ist die Gefahr von Frustration durch Nichterreichen des Ziels sehr groß. - Die ästhetische Sammlung Diese Sammlungsart hat den geringsten wissenschaftlichen Wert, obwohl sie unter Umständen hervor-ragende Stufen für Illustrationen bietet. Der Sammler setzt sich selbst individuelle Vorgaben und bestimmt für sich die Definition "Ästhetik der Stufen" und stellt diese nach seinen Gesichtspunkten aus. - Die Fundstellen Sammlung Ziel dieser Sammlung ist die vollständige Darstellung der Mineralien dieser speziellen Fundstellen. Dabei hat der MM Sammler die Freiheit, diesen Begriff "Fundstelle" für sich selbst festzulegen. Es kann ein Aufschluß, ein Bezirk, ein Länderteil oder im weitesten Sinn ein Land sein. Abhängig von seinen Zielen und Möglichkeiten legt er dies fest. Die Gefahr ist groß, daß er bei zu großzügiger Auslegung in den Typus "Systematik" verfällt und dadurch an Qualität verliert. Es gibt hervorragende Fundstellen-Sammlungen mit äußerst hohem wissenschaftlichen Wert, die exakt die Mineralogie und Paragenese einer Stelle beschreiben. - Sammlung einer Mineralienart Diese Sammlung enthält nur eine Mineralienart (z. B. Quarz, Calcit ...), aber diese in jeder Ausbildung, Farbe oder Verbindung mit anderen. Selbstverständlich ist es wiederum möglich, diesen Typus mit den vorherigen zu verknüpfen. - Sammlung nach individuellen Gesichtspunkten Als Thema einer Sammlung kann nahezu unbeschränkt viel dienen. Beispiele wären chemische oder physikalische Gesichtspunkte oder auch z. B. Einschlüsse. Es ist offensichtlich, daß der Aufbau einer Sammlung unbegrenzte Möglichkeiten bietet, die Individualität des Einzelnen zu repräsentieren. Nur die Realisierung mit "Schaustufen", also Stufen die man ohne optische Hilfsmittel sehen kann und deren Äußeres ansprechend ist, ist raumintensiv, kostspielig und somit oft nicht erschwinglich. Hinzu kommt, daß der Sammler meist nicht den Zutritt zu in Betrieb befindlichen Minen hat; das Erlebnis des selbst Findens fehlt. Er kann "nur" kaufen. Da hat der Micromounter wesentliche Vorteile. An vielen Stellen im Gelände
kann er noch hervorragende Stufen finden, selbst wenn ein Abbau seit Jahrzehnten
oder Jahrhunderten eingestellt ist. Die eigenen Fundmöglichkeiten
sind ungleich größer und die persönliche Beziehung zu einer
selbstgefundenen Stufe ist ein wesentlicher Teil der Befriedigung, die
das Hobby bietet.
Micromounter zu sein ist ein faszinierendes Hobby und bietet unbegrenzte Möglichkeiten zur Verwirklichung des eigenen Ichs. Ihm erschließt sich eine ungleich größere Welt der Mineralogie, da viele der Mineralien ausschließlich in Kleinststufen vorkommen und somit anderen Sammlern für immer verschlossen und "unsichtbar" sind. Die Münchner Micromounter sind eine Untergruppe des Vereins "Münchener Mineralien Freunde e. V."
Peter Köhlen Schießstattstr. 32 D-85253 Erdweg - Kleinberghofen 08254-1373, Fax: 08254-7995398 e-mail: Peter Köhlen Der PC-Workshop bedankt sich bei Peter Köhlen ganz herzlich für diese tollen Ausführungen. :-))
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